bwcon: Meldungen

Kollaboration 2.0

20.07.2012, 11:01 Uhr

Die Arbeitswelt der Zukunft und ihre Kommunikationsmethoden im Fokus der Expertendiskussion – auf der 6.Sitzung des bwcon: Creative Think Net „Social Media“.

„Tempora mutantur, nos et mutamur in illis“ - die Zeiten ändern sich und wir ändern uns in ihnen. Dieses lateinische Sprichwort trifft wie kein anderes auf die Gesellschaften der hochentwickelten Volkswirtschaften im 21. Jahrhundert zu. Die Welt in der wir leben wird immer kleiner und schneller, sie ist zu einem einzigen Netzwerk verschmolzen, in dem sich alles ununterbrochen in Bewegung befindet. Begriffe wie Mobility, Voice Mail, Audiokonferenz und Social Media gehören heute wie selbstverständlich zu unserem Wortschatz, Firmen haben immer seltener nur noch einen lokalen Standort und Mitarbeiter sind zu einer globalen Ressource geworden. Eine von Ort und Zeit unabhängige und hoch effiziente Zusammenarbeit über Distanz wird aufgrund einer Vielzahl von technologischen Entwicklungen immer einfacher und bequemer realisierbar. Die Einführung und erfolgreiche  Nutzung der neuen Chancen und Möglichkeiten in Unternehmen hängt jedoch von einer Vielzahl von Faktoren und Rahmenbedingungen ab. 

Mit diesem Thema setzt sich auch Anna Hoberg, Referentin am Fraunhofer IAO (http://www.iao.fraunhofer.de/index.php), in ihrem Impulsvortrag „Die Arbeitswelt der Zukunft – Rahmenbedingungen produktiver Kommunikation und Zusammenarbeit“ auf der 6. Sitzung des bwcon: Creative Think Net „Social Media“ zum Thema Kollaboration 2.0, auseinander. Ihr Hauptaugenmerk liegt dabei auf der Veränderung von Mitarbeitern, Arbeits- und Führungsformen, Arbeitsinhalten sowie Ort und Zeit der Arbeit und den daraus resultierenden neuen Anforderungen an die Kommunikation und Zusammenarbeit in Unternehmen. 

Auf Personalebene, so Hoberg,  spielt vor allem der demographische Wandel eine bedeutende Rolle. Den Unternehmen stehen weniger und ältere Mitarbeiter zu Verfügung, denn um die so genannten „Digital Natives“ zu gewinnen und zu halten, bedarf es neuer Methoden. Eine kontinuierliche Förderung der Mitarbeiterbindung ist nötig, wobei hauptsächlich mehr Transparenz und eine offenere Kommunikation gefordert werden. 
Auch Arbeitsorganisation und –inhalt werden durch die wachsende Wichtigkeit der Wissensarbeit immer kommunikations- und personenorientierter, was durch die moderne Kommunikationstechnik als entscheidendes Arbeitsmittel der Wissensarbeit noch verstärkt wird. Hinzu kommt, dass sowohl die Arbeitszeiten, als auch die Orte der Arbeitsverrichtung immer flexibler werden; durch die zunehmende Arbeit im Homeoffice und den globalen Zugriff auf Mitarbeitern  steigt auch an dieser Stelle die Bedeutung von Kommunikations- und Kollaborationsinstrumente.

Bei aller Digitalisierung und Technisierung der Kommunikation, dürfen Unternehmen jedoch nicht vergessen, wie wichtig der persönliche, physische Kontakt zu den Mitarbeitern ist. Anna Hoberg empfiehlt deshalb ein einheitliches und langfristiges Kommunikationskonzept. Es sind die lebenslangen Lern- und Veränderungsfähigkeiten der Mitarbeiter an denen gearbeitet werden muss, um diese auch in einer sich ständig wandelnden Welt, unter Nutzung der neuen technischen Kommunikationsmöglichkeiten an das Unternehmen zu binden.

Und so lautet die Empfehlung der Referentin Anna Hoberg: „Ihre Mitarbeiter sind ihre wichtigsten Wertschöpfungsfaktoren. Unterstützen Sie sie darin, ihre Kompetenzen, ihr Wissen und ihre Erfahrungen in einer hoch vernetzten Wirtschaft für Ihr langfristiges Wachstum einbringen zu können!“
Einen Lösungsvorschlag für das Kommunikationsproblem in der heutigen Arbeitswelt liefert anschließend an den Vortrag von Anna Hoberg, Ulrich Schumacher, Manager Public Relations bei der Alfred Kärcher GmbH & Co. KG (http://www.kaercher.de/de/Home.htm),  in seinem Praxisbeispiel „ Einsatz von Social Media in der internen Kommunikation bei Kärcher“.                                            

 Auch bei Kärcher, dem Weltmarktführer für Hochdruckreiniger, spielen die Faktoren Wissensarbeit und Kommunikation eine entscheidende Rolle, auch weil das Unternehmen immer internationaler wird: Kärcher beschäftigt heute in 57 Ländern und 93 Gesellschaften mehr als 9.000 Mitarbeiter, 85% des Umsatzes erwirtschaftet das Familienunternehmen im Ausland. Dadurch wird die Kärcher Pressestelle am Stammsitz Winnenden vor die neue Herausforderung der einheitlichen und klaren Kommunikation im globalen Raum gestellt. Zur Überwindung der Schwierigkeiten, die durch die unterschiedlichen Kommunikationsstrukturen in den verschiedenen Ländern entstehen, zur Intensivierung der externen Pressearbeit  und zur Vereinfachung des Wissens- und Erfahrungsaustausches hat Kärcher einen internen Presseblog ins Leben gerufen, der die Abstimmung vereinfachen und die Bindung der Mitarbeiter an die Firmenzentrale verstärken soll. 

Bei der an das Praxisbeispiel anschließenden Diskussion, in der alle Teilnehmer herzlich dazu eingeladen sind, die eigenen Erfahrungen sowie aktuelle Fragestellungen aus ihrem betrieblichen Umfeld im Plenum zu diskutieren, geht es hauptsächlich um die Umsetzung des von Schumacher vorgeschlagenen Tools und dessen Akzeptanz bei den Mitarbeitern. Darüber hinaus werden Fragen der Mitarbeitermotivation und der Erfolgsmessung diskutiert.

So werden an diesem Abend  viele Eindrücke ausgetauscht und sicherlich auch neue Ideen in den Köpfen kreativer Unternehmer geweckt, was aber die Zukunft der Unternehmenskommunikation und Mitarbeiterbindung bereithält, wie sich die Zeiten ändern werden und wie sich Unternehmen daran anpassen müssen, bleibt abzuwarten, die ersten Schritte, in die richtige Richtung sind jedoch bereits gemacht.

Die Bilder zu der Veranstaltung finden Sie hier

(Text: Donna Doerbeck)

Infos zum Creative Think Net Social Media gibt es hier.


 

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