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Serie: Die CyberOne-Finalisten 2011 - Die Ovesco Endoscopy AG

31.05.2011, 14:53 Uhr

In unserer Serie stellen wir die diesjährigen CyberOne Finalisten und ihre Geschäftsideen vor. Heute: Die Ovesco Endoscopy AG

vl.n.r.: Prof. Dr. med. Thomas Gottwald,
Chi-Nghia Ho

Der Lebensretter kommt ohne Narben aus

Starke Blutungen oder Risse innerer Organe (sind Notfallsituationen und) müssen schnellstmöglich behandelt werden. Mit herkömmlichen endoskopischen Verfahren war dies nur bedingt möglich. Ein neuartiges Klippsystem erlaubt es nun, solche Vorfälle wesentlich schneller, effizienter und nachhaltiger zu behandeln als bisher.

„Durch natürliche Körperöffnungen“ heißt eine neue Richtung in der Chirurgie, die noch schonender ist als die schon bekannte minimal invasive Chirurgie (MIC).

Minimal invasive Verfahren – auch als „Schlüsselloch-Operationen“ bezeichnet – gehören heute zum Standard in der Chirurgie. Die Vorteile liegen auf der Hand: Der Eingriff ist minimal, der Patient schneller genesen, und es bleiben keine oder nur sehr kleine Narben zurück. Zudem sind die Verfahren wesentlich effizienter und günstiger als konventionelle Operationen.

Dennoch gibt es Situationen, in denen der Einsatz des Endoskops schwierig sein kann: bei starken Blutungen oder Rissen der inneren Organe zum Beispiel. Die Ovesco Endoscopy AG aus Tübingen hat ein neuartiges Klippsystem entwickelt, mit dem sich auch solche schwerwiegenden Vorkommnisse im Verdauungstrakt endoskopisch und ohne Schnitte und Narben behandeln lassen.

Der Over-The-Scope-Clip (OTSC®), so der Name des neuen Systems, ist in der Lage, Risse zu verschließen und starke Blutungen der inneren Organe zu stillen. Unbehandelt können Patienten bei solchen Vorfällen innerhalb von Stunden versterben. Schnelles Handeln ist also lebenswichtig. Darüber hinaus ermöglicht das neue System auch den dauerhaften Verschluss bisher schwer zu behandelnder Fisteln und damit die erhebliche Verbesserung der Lebensqualität der Patienten.

Im Vergleich zu herkömmlichen endoskopischen Verfahren und konventionellen Operationen, die u. U. mehrere Stunden in Anspruch nehmen, erfordert ein Eingriff mit dem OTSC® einen Bruchteil der Zeit. Neben der Verkürzung der Behandlungsdauer zeichnet sich das innovative System auch durch seine Material- und Design-Eigenschaften aus. Eingesetzt wird eine superelastische Metalllegierung, die biokompatibel ist und dauerhaft im Körper verbleiben könnte, jedoch nach Abheilung auf natürlichem Weg ausgeschieden wird.

Ein Drittel aller auf solche Erkrankungen spezialisierten Ärzte in Deutschland nutzt den innovativen OTSC® schon heute. Auch in verschiedenen europäischen Nachbarländern kommt das System bereits zum Einsatz. Nun will das Unternehmen aus Tübingen sich den weltweiten Markt erschließen und fokussiert hier besonders die USA und Japan.


Drei Fragen an …

Prof. Dr. Marc Schurr, Vorstand der Ovesco Endoscopy AG

Was hat Sie zu einer Teilnahme am CyberOne 2011 bewogen?
Die Möglichkeit, die Ovesco Endoscopy AG mit ihren innovativen Produkten in einem stetig wachsenden Medizintechnikmarkt einem breiten Interessentenkreis vorstellen zu können.

Was hat Ihnen die Teilnahme bislang gebracht?
Der Wettbewerb war eine gute Gelegenheit das gesamte Unternehmen zu durchleuchten und Entwicklungspotenziale zu finden.

Wo sehen Sie die Ovesco Endoscopy AG in fünf Jahren?
Als stetig wachsendes Medizintechnikunternehmen, das mit innovativen Produkten das Behandlungsspektrum der Ärzte weltweit bereichert, um Patienten besser und effektiver behandeln zu können.

Autorin: Michaele Kürschner

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