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Serie: Die CyberOne-Finalisten 2011 - Die Mannheim Pharma & Diagnostics GmbH

17.05.2011, 15:10 Uhr

In unserer Serie stellen wir die diesjährigen CyberOne Finalisten und ihre Geschäftsideen vor. Heute: Die Mannheim Pharma & Diagnostics GmbH

v.l.n.r.: Prof. Dr. Jürgen Hesser,
Prof. Dr. Johannes Pill

 Kleines Pflaster, große Wirkung 

Immer mehr Menschen sind von Nierenerkrankungen betroffen. Weil diese lange symptomlos verlaufen, werden sie häufig zu spät erkannt. Eine innovative Chip-Technologie macht die Bestimmung der Nierenfunktion nun wesentlich einfacher, schneller und günstiger als bisher. Sie soll deshalb vor allem in der Früherkennung von Nierenleiden zum Einsatz kommen. 

Nierenerkrankungen beeinträchtigen nicht nur das Leben des einzelnen Patienten in hohem Maße – sie verursachen auch enorme Kosten. So gehören Nierenersatztherapien wie Dialyse oder Transplantation zu den teuersten Maßnahmen im Leistungskatalog der Krankenkassen. Chronische Nierenleiden möglichst frühzeitig zu erkennen und zu behandeln, ist deshalb besonders wichtig. 

Bislang werden solche Erkrankungen jedoch häufig zu spät diagnostiziert. Jährliche Screening-Untersuchungen für Risikopatienten, wie sie von vielen Fachverbänden gefordert werden, scheitern an der Komplexität und den Kosten von Nierenfunktionstests. Ein neuartiges Verfahren soll es nun erlauben, die Nierenfunktion deutlich schneller, einfacher und günstiger zu ermitteln als mit herkömmlichen Methoden. Entwickelt wurde es im Zentrum für Medizinische Forschung der Universität Heidelberg. 

Für den Test wird ein miniaturisiertes Messgerät wie ein Pflaster auf die Haut geklebt und anschließend eine Marker-Substanz injiziert. Diese Substanz wird später vollständig über die Niere ausgeschieden. Das innovative Pflaster misst nun die Fluoreszenz des Markers. Die erhobenen Daten werden an eine Analysesoftware weitergeleitet, die daraus die Ausscheidungsgeschwindigkeit und andere Kenngrößen ermittelt. Auf dieser Basis kann der behandelnde Arzt eine unmittelbare und verlässliche Diagnose stellen. Aufwändige Laboruntersuchungen entfallen; das Ergebnis liegt binnen kürzester Zeit vor.

Inzwischen wird die innovative Chip-Technologie, die auf ein Forschungsprojekt der Universität Heidelberg zurückgeht, über ein eigenes Unternehmen weiterentwickelt. Neben dem genannten Nierenfunktionstest bietet die neu gegründete Mannheim Pharma & Diagnostics GmbH auch ein Messpflaster für die Bestimmung der Leberfunktion an, das Mitte 2012 auf den Markt kommen soll. Das Produkt für die Niere wird aufgrund aufwändiger Untersuchungen für das Zulassungsverfahren zu einem späteren Zeitpunkt verfügbar sein.  


Drei Fragen an … 

Prof. Dr. Dr. Johannes Pill, Geschäftsführer der Mannheim Pharma & Diagnostics GmbH 


Was hat Sie zu einer Teilnahme am CyberOne 2011 bewogen?

Wir sind durch die Mannheimer Wirtschaftsförderung auf den Wettbewerb aufmerksam geworden.

Was hat Ihnen die Teilnahme bislang gebracht?
Bislang haben wir vor allem von den Kontakten, der Vernetzung und dem Coaching profitiert, das wir im Rahmen des CyberOne absolviert haben.

Wo sehen Sie die Mannheim Pharma & Diagnostics GmbH in fünf Jahren?

Zu diesem Zeitpunkt ist unsere Ertragslage durch Auslizensieren gesichert. Unser Fokus wird auf weiteren Innovationen liegen. Außerdem planen wir, unser IP-Portfolio auszubauen. Die Schwerpunkte liegen auf den folgenden Themen: Entwicklung der zweiten Generation des Devices und des Markers, Indikationsausweitung für die transkutane Messung und Beginn des Aufbaus eigener Forschungskapazitäten.

Autorin: Michaela Kürschner


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