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Interview mit Dr. Gilbert Anderer, Vorstand der AWS Group AG

06.05.2009, 15:03 Uhr

Genau ein Jahr nach der Preisverleihung des CyberOne 2008 spricht der damalige Gewinner des Sonderpreises, Dr. Gilbert Anderer, über den Wettbewerb, den Showabend und den Nutzen des Awards

2008 wurde die AWS Group AG im Rahmen des Business-Plan-Wettbewerbs CyberOne mit dem Sonderpreis des Landes Baden-Württemberg für das innovativste Gründerkonzept ausgezeichnet. Der Spezialist für Filtersysteme aus Leonberg hat die Filtertechnologie revolutioniert: beispielsweise ist es nun möglich, aus Biogas sehr effektiv und effizient Erdgas herauszufiltern. Dr. Gilbert Anderer, Vorstand der AWS Group, berichtet über die Chancen, die ein Wettbewerb in dieser Größenordnung mit sich bringt.

Herr Dr. Anderer, nun ist es schon wieder ein Jahr her, dass Sie als Preisträger des CyberOne 2008 die feierliche Preisverleihung hautnah miterleben konnten. Wie haben Sie persönlich die Feier erlebt?

Die Feier war beeindruckend – in jeder Hinsicht. Der Gastgeber, die Fa. Festo, bietet ein tolles Ambiente, das Kreativität und Innovation ausstrahlt. Die Feier selbst war abwechslungsreich und sehr hochwertig. Ich habe mich sehr wohl gefühlt. Nach einigen ersten Kundenprojekten war dies so etwas wie ein Coming Out. Von da an konnten wir nicht mehr im Verborgenen arbeiten.

Die Teilnahme an einem Gründerwettbewerb, wie dem CyberOne, ist sehr zeitaufwändig. Welchen Nutzen konnten Sie aus der Teilnahme und schließlich aus dem Gewinn des Sonderpreises des Landes Baden-Württembergs ziehen?

Eigentlich fand ich den Aufwand nicht so groß. Die Ausschreibungsunterlagen fordern ja nichts, was man als ordentlicher Unternehmer nicht ohnehin machen müsste – Businessplan, Marktrecherche, Alleinstellungsmerkmale etc. Es ist eigentlich nur eine gute Fingerübung, um einmal alle wichtigen Elemente eines Businessplans in ein konsistentes Konzept zu bringen. Der Preis hat uns sehr viele Nachfragen und auch sehr viel Anerkennung eingebracht – in der Startphase eines Unternehmens ist das so etwas wie ein Ritterschlag.

Als Netzwerk bietet bwcon den Finalisten des CyberOne zusätzlich eine wichtige Plattform, um Kontakte zu interessierten Investoren oder Kooperationspartnern zu knüpfen. Wie konnten Sie im Anschluss an den Wettbewerb davon profitieren?

Aus den Veröffentlichungen sind sehr viele Kundenanfragen entstanden, so etwas habe ich in 20 Jahren Berufsleben nicht erlebt. Vor allem aber hatten wir plötzlich sehr viele Kontakte zu Investoren. Entschieden haben wir uns dann nach vielen Gesprächen für den allerersten Kontakt – den Zukunftsfonds Heilbronn. Seine Ausrichtung deckt sich mit unseren unternehmerischen Interessen.
Noch heute kommen übrigens viele Besucher unserer Website über den Link auf der CyberOne-Website.  Wir profitieren immer noch davon.

Bei der Jurysitzung 2008 konnten Sie bereits von einem Pilotkunden für Ihre Luft-Filtersysteme berichten. Wie hat sich Ihr Unternehmen seit der Preisverleihung entwickelt?

Nach einem vielversprechenden Start im Jahr 2008 hatten wir in der zweiten Jahreshälfte unsere eigene kleine Weltwirtschaftskrise. Mehrere große Projekte im Umfeld der Automobil-Zulieferindustrie wurden ganz plötzlich verschoben – und sind bis heute nicht gestartet worden. Glücklicherweise sind unsere Produkte nicht branchenabhängig. Wir haben daher den Vertrieb sofort neu ausgerichtet und intensiviert. In den ersten vier Monaten 2009 haben wir bereits das doppelte Umsatzvolumen des gesamten Vorjahres akquiriert. Die Nachfrage nach unseren Filtern für die Lösemittelabscheidung ist sehr groß und hält auch an. Unsere Filter-Produkte sparen sehr viel Energie, verursachen kein CO2 und ermöglichen es den Kunden, die gesetzlichen Grenzwerte einzuhalten. Wir werden dieses Jahr die Mitarbeiterzahl verdoppeln und außerdem auch ein neues Produkt auf den Markt bringen.


 

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